Wie sichern wir
unsere Renten?

Schritt 1:

Rentenalter 66 bis 2032

Fast alle anderen westeuropäischen Länder haben ihr Rentenalter der steigenden Lebenserwartung angepasst und das Rentenalter bis 2023 auf 67 bis 68 Jahre erhöht, um ihre Altersvorsorge zu sichern. Wir gehen nicht ganz so weit: Mit einer Erhöhung des Rentenalters um 2 Monate pro Jahr erreichen wir ein Rentenalter 66 bis 2032 und damit eine schrittweise Angleichung an die Lebenserwartung, ohne zu übertreiben.

Schritt 2:

Rentenalter an die Lebenserwartung knüpfen

Eigentlich ist das Prinzip sehr simpel: Weil die Lebenserwartung steigt, kann das Rentenalter nicht einfach eine fixierte Zahl bleiben. Viele westeuropäische Länder haben deswegen das Rentenalter mit der Lebenserwartung verknüpft. Das Rentenalter steigt so zum Beispiel in den Niederlanden, Dänemark oder Italien auf über 70 Jahre bis 2050. Wir finden dies eine gute Idee, gehen aber nicht ganz so weit. Mit unserer Lösung wird das Rentenalter ab 2033 um ungefähr einen Monat pro Jahr ansteigen und 2050 etwa 67 Jahre und 7 Monate betragen.

Dazu wird das Rentenalter mit der Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren verknüpft. Steigt diese Lebenserwartung an, erhöht sich auch das Rentenalter. Das Rentenalter erhöht sich aber nicht parallel zur Lebenserwartung, sondern mit dem Faktor 0,8. Erhöht sich die Lebenserwartung also bis 2050 beispielsweise um zwei Jahre, würde das Rentenalter lediglich um 19 Monate ansteigen.

Die Renteninitiative

Was wir wollen: Gleiches Rentenalter für Mann und Frau und danach die Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung. Das ist die einzig nachhaltige Lösung für unsere Altersvorsorge.

Der Initiativtext im Detail

Unsere Argumente

Die Schweiz hat es bisher verpasst, strukturelle Reformen in der Altersvorsorge umzusetzen. Fast alle anderen westeuropäischen Länder haben dies getan und erhöhen das Rentenalter bis 2030 auf 67 bis 68 Jahre, um ihre Altersvorsorge zu sichern. Wir gehen nicht ganz so weit. Mit einer Erhöhung des Rentenalters um 2 Monate pro Jahr holen wir aber Verpasstes nach und erreichen Rentenalter 66 bis 2032.
Weil wir immer länger leben, müssen wir auch länger arbeiten, damit die AHV nachhaltig finanziert bleibt. Viele westeuropäische Länder haben deswegen das Rentenalter mit der Lebenserwartung verknüpft. Das Rentenalter steigt so zum Beispiel in Holland, Dänemark oder Italien auf über 70 Jahre bis 2050. Wir aber gehen nicht ganz so weit. Mit unserer Lösung wird das Rentenalter ab 2033 um ungefähr einen Monat pro Jahr ansteigen und 2050 etwa 67 Jahre und 7 Monate betragen.

Einige Sektoren ermöglichen bereits heute den Mitarbeitern in den Vorruhestand zu gehen. Dies wird weiterhin möglich sein. Auch ohne Vereinbarung mit ihrem Arbeitgeber können Männer und Frauen die Rente um ein oder zwei Jahre vorziehen. Wie heute liegt es an den Sozialpartnern (Arbeitgeber und Gewerkschaften) Lösungen zu finden, die den Branchen und Schwierigkeiten des Berufsstandes entsprechen. Diese sozialpolitische Komponente ist wichtig und begrüssen wir.

Die Arbeitslosigkeit unter den Über-55-Jährigen ist geringer als beispielsweise unter den Jugendlichen. Ältere Personen sind allerdings länger arbeitslos. Doch wegen diesem Problem eine Erhöhung des Rentenalters zu blockieren, ist nicht zielführend. Schlauer ist es, die betroffenen Personen zum Beispiel mit einer Flexibilisierung des Rentenalters zu unterstützen.

Faktencheck

Damit künftige Rentnerinnen und Rentner frühzeitig ihren Ruhestand planen können, wird das Rentenalter fünf Jahre vor der Pensionierung bekanntgegeben. Das Rentenalter darf jedoch pro Jahr nur um maximal 2 Monate steigen.

Betroffene sollen gezielt unterstützt werden. Eine Flexibilisierung des Rentenalters steigert die Attraktivität von älteren Angestellten auf dem Arbeitsmarkt. Wenn nicht automatisch beim ordentlichen Rentenalter Schluss ist, würden mehr ältere Personen angestellt werden. Ausserdem sollen die Sparbeiträge in die Pensionskasse geglättet werden. Diese benachteiligt ältere Personen auf dem Arbeitsmarkt gegenüber jüngeren, weil sie so für den Arbeitgeber teurer sind. Zudem sollen Aus- und Weiterbildung auch im Alter gefördert werden. Die Chance wieder einen Job zu finden, wird dadurch vergrössert.

Die AHV zahlt einerseits die Altersrenten aus, auf die jede und jeder Anspruch hat. Zudem entrichtet sie unter Umständen eine Hinterlassenenrente und eine Hilflosenentschädigung oder leistet Beiträge für Hilfsmittel im Alter. Reichen diese Beiträge nicht zur Existenzsicherung aus, zahlt die AHV Ergänzungsleistungen aus.

Die Höhe der AHV-Rente hängt davon ab, wie lange jemand AHV-Beiträge bezahlt hat und wie hoch das durchschnittliche Jahreseinkommen war. Wer während 44 Jahren Beiträge einbezahlt hat, hat Anspruch auf eine Vollrente. Für Lücken in den Beiträgen wird die Rente gekürzt.

Die Gegenargumente im Faktencheck

Wir haben die Gegenargumente ökonomisch analysiert

Unsere Argumente als Download

Gutachten der Universität Luzern mit Prof. Dr. Christoph A. Schaltegger
Kurzes Argumentarium auf einer Seite
Ausführliches Argumentarium

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Die älteren Arbeitnehmer sind äusserst gut in den Schweizer Arbeitsmarkt integriert. Die Arbeitsmarktbeteiligung der älteren Bevölkerung steigt seit Jahren an und ist im internationalen Vergleich sehr hoch. Ein generelles Arbeitslosigkeitsproblem für ältere Arbeitnehmer besteht nicht – im Vergleich zu anderen Altersgruppen ist die Arbeitslosigkeit nach wie vor unterdurchschnittlich. Ältere Arbeitnehmer sind allerdings häufiger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. Die Arbeitslosenversicherung trägt dieser Problematik bereits heute Rechnung, indem ab dem 55. Altersjahr ein längerer Leistungsbezug möglich ist. Fallstudien zeigen zudem, dass mehrheitlich nicht das Alter, sondern andere Integrationshemmnisse für eine Langzeitarbeitslosigkeit entscheidend sind. In den nächsten Jahren wird die demografische Entwicklung zu einer spürbaren Verknappung des Arbeitsangebotes führen, was der Nachfrage nach älteren Arbeitskräften zusätzlichen Schub verleihen dürfte. Die Daten und die demografische Entwicklung sprechen folglich klar gegen das Argument.

Fälschlicherweise wird oft angenommen, die Anzahl der Arbeitsplätze in einer Volkwirtschaft sei fix vorgegeben. Arbeit ist jedoch keine Frage der simplen Verteilung durch die Politik. Volkswirtschaft und Arbeitsmarkt sind nicht statisch, sondern dynamisch. Internationale Studien zeigen denn auch: Von einer höheren Erwerbstätigkeit der Älteren profitieren auch die Jüngeren über eine stärkere Erwerbstätigkeit und geringere Arbeitslosigkeit.

Dank steigendem Wohlstand und medizinischem Fortschritt ist die Lebenserwartung in der Schweiz im Laufe des 20. Jahrhunderts stark angestiegen. Die Menschen werden aber erfreulicherweise nicht nur immer älter, sondern bleiben auch länger gesund. Wie die Forschung zeigt, hat sich der Alterungsprozess um ein Jahrzehnt nach hinten verschoben («70 ist das neue 60»).

Während die physische und kognitive Leistungsfähigkeit ihren Höhepunkt schon in relativ jungen Jahren erreicht, steigen Faktoren wie Erfahrungswissen, Führungskompetenz und Beurteilungsvermögen über die Lebenszeit an. Erkenntnisse der neueren Literatur deuten darauf hin, dass die Arbeitsproduktivität im Alter (d.h. in den Jahren vor dem ordentlichen Rentenalter) konstant bleibt. Das Vorurteil, ältere Erwerbstätige seien im Vergleich zu jüngeren Arbeitskollegen weniger produktiv, kann somit nicht bestätigt werden.

Die zehnte und bisher letzte grössere AHV-Revision datiert von 1997. Die Renten blieben seither jedoch nicht unverändert. Alle zwei Jahre werden sie gemäss dem sogenannten Mischindex der Lohn- und Preisentwicklung angepasst. In der Vergangenheit stiegen die Nominallöhne meist stärker als die Preise, was die Kaufkraft bestehender Renten erhöhte. Zudem führt die steigende Lebenserwartung dazu, dass die durchschnittliche Rentenbezugsdauer immer weiter ausgedehnt wird. Seit 1980 (Einführung des Mischindexes) nahm die Lebenserwartung im Alter von 65 Jahren um rund fünf Jahre zu. Als Folge stieg die gesamte AHV-Summe, die einem durchschnittlichen AHV-Rentner in seinem Rentnerleben ausbezahlt wird, zwischen 1980 und 2018 real um 62 Prozent (Männer) bzw. 33 Prozent (Frauen). Auch eine längere Bezugsdauer bei gleichbleibender Beitragsdauer ist letztendlich ein AHV-Ausbau, der finanziert werden muss.

Bereits heute stammen nur rund drei Viertel der AHV-Einnahmen aus Lohnbeiträgen. Eine noch stärkere Steuerfinanzierung durch eine Erhöhung der direkten Bundessteuer (dBSt) würde dem Versicherungsgedanken der AHV widersprechen. Sind die Beiträge kaum mehr an die Rentenleistung geknüpft, dürfte die Identifikation mit dem Sozialwerk langfristig leiden. Die mehrheitliche Finanzierung über Lohnbeiträge verhindert zudem eine allzu starke Gegenwartspräferenz in Politik und Gesellschaft.

Gemäss Bundesverfassung soll die AHV zusammen mit der beruflichen Vorsorge die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise gewährleisten. Das Vorsorgeziel ist folglich als relatives Ziel definiert, wobei steigende Löhne infolge Produktivitätssteigerungen zu höheren Rentenansprüchen führen. In der AHV profitieren aufgrund des Mischindexes sowohl Erwerbstätige wie Personen im AHV-Alter noch vom Wirtschafts- bzw. Lohnwachstum. Produktivitätssteigerungen erhöhen folglich nicht nur die Arbeitseinkommen, sondern fliessen ebenso in Rentenzahlungen.

Die Bewegung

Wir, das ist der Verein Renteninitiative. Die Bewegung, die es sich zum Ziel gemacht hat, auch den nächsten Generationen noch eine Rente zu garantieren. Denn es geht um nichts geringeres als um die Sicherung unserer Altersvorsorge.
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